Spurensuche

70 Jahre Kriegsende: Zeitzeugen erinnern sich

Friedhelm E.
Friedhelm E., geboren 1922, wurde als Rechner bei der schweren Artillerie an der Ostfront eingesetzt. Durch eine Verwundung kurz vor Kriegsende entging er der russischen Kriegsgefangenschaft und erlebte die letzten Kriegstage im Lazarett in Würzburg.
Später arbeitete Friedhelm E. als Bauingenieur in ganz Deutschland.
Wilhelm E.
Wilhelm E., geb 1920, gehörte zu einer Funkereinheit der Wehrmacht an der Ostfront. 1945 geriet er in Österreich in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Willi E. war leidenschaftlicher Fotograf und kam 1959 nach Föhr. Ab 1961 arbeitete er für den Insel-Boten" und drückte als "Foto E." über 90.000-mal auf den Auslöser. Er archivierte seine Bilder akribisch und übergab 2003 sein Lebenswerk an die Ferring-Stiftung in Alkersum. Dort sind über 25000 Negative von E. registriert.
Jürgen D.
Jürgen D., geb. 1925, trat mit 17 Jahren als Offizier­anwärter in die Kriegsmarine ein. Nach Bordaus­bildung besuchte er die Marinekriegsschule in Schleswig mit Abschluß des Offiziers­patents. Als Fähnrich zu See in den Apriltagen 1945 bis in den Mai hinein zum Erdeinsatz bewußt in einer den russischen Uniformen sehr ähnlichen dänischen Ausrüstung im Westen vom Kessel um Berlin gekämpft. Es war beabsichtigt, so die feindlichen Linien zu durchbrechen. Diesem fürchterlichen Chaos mit viel Glück entronnen, kam er am 3. Mai 1945 östlich von Ludwigslust in amerikanische Gefangenschaft.

Ab 1956 arbeitete Jürgen D.bei der Deutschen Marine, zuletzt kommandierte er als Fregattenkapitän einen Versorger, leitete eine Depot in Frankreich und eine Versorgungseinheit bei den Marinefliegern in Kiel-Holtenau.
Berndt H.
Berndt H. erlebte das Kriegsende als Schüler.

Berndt H. war von 1970 bis 1988 Direktor am Biologiezentrum der Universität Kiel. Von 1988 bis 1993 war er als Minister für Natur, Umwelt und Landes­entwicklung parteiloses Mitglied im Kabinett von Björn Engholm. Danach arbeitete er wieder als Professor an der Universität in Kiel. 1998 gründete er die Nieklitzer Ökologie- und Ökotechnologie-Stiftung.
Ilse L.
Ilse L., geb. 1925, absolvierte während des Krieges eine Ausbildung als Kindergärtnerin in Flensburg. Die Nachricht vom voraussichtlichen Kriegsende erhielt sie während des Unterrichts. Kurz darauf kümmerte sie sich im Lazarett um Verwundete.

Bis 1990 arbeitete Ilse L. in Flensburg als Fachschullehrerin und bildete Sozialpädagogen aus.

Seit 2011 ist Ilse L. im SeniorenNet Flensburg und nimmt z.B. an Kursen zur Erstellung von Fotobüchern teil.
Erna S.
Erna S., geb. 1925, arbeitete vor und nach dem Krieg als Frisörin in Flensburg. Sowohl ihr Vater als auch ihr späterer Mann waren an der Front.

1947 wurde Erna S. Mutter und kümmerte sich seitdem um ihre Kinder und Enkel.

Seit 2007 ist Erna S. im SeniorenNet Flensburg aktiv und schreibt jetzt "Emails an die Enkel".
Luise B.
Luise B., geb. 1927, war in Bochum als Schülerin zwei Bombenangriffen ausgeliefert. Sie verließ daraufhin Bochum und erlebte das Kriegsende in Friedrichsbrunn im Ostharz.

Nach Ihrer Hochzeit 1952 zog Luise B. nach Flensburg, wo sie später als Lehrerin arbeitete.

Luise B. kam 1995 in den OK Flensburg, ist dort bis heute aktiv und produzierte u.a. einen Beitrag über die Arbeit der Verbrauchergemeinschaft Flensburg.
Vera R.
Vera R., geb. 1932, wuchs in Hamburg-Finkenwerder auf und war am 8. Mai im Bunker in Hamburg.

Vera R. übernahm später die Firma ihrer Eltern in Finkenwerder und kam 1997 nach Heide. In Büsum war sie zunächst im Einzelhandel tätig und später als Touristenführerin im Erlebnismuseum "Blanken Hans".
Otto W.
Otto W., geb. 1933, lebte ursprünglich in Flensburg und erlebte dort als Schüler das Kriegsende. Er sah, wie Alliierte Soldaten an seinem Vaterhaus vorbei liefen.

Otto W. kam als Lehrer nach Tellingstedt und war von 1973-1995 als Studiendirektor Leiter eines Ausbildungsinstituts in Heide.

Otto W. ist bis heute im OK Westküste für die Sendung "Kulturexpress" verantwortlich.
Heinrich S.
Heinrich S., geb. 1924, lernte Maschinenschlosser und war im 2. Weltkrieg Soldat. Er geriet 1945 in Meran (Italien) in Kriegsgefangenenschaft.

Nach dem Krieg arbeitete Heinrich S. als Lagerist und war ab 1969 Marktmeister in Heide. Seit 1972 ist Heinrich S. Altmarktmeister von Heide.