Schule + Medien + Engagement = SchülerMedienLotse

Schüler leiten eine Medien AG an der Ganztagsschule

Schule braucht Medien, für die Wissensvermittlung und wegen des notwendigen Bezugs zum Alltag ihrer Schüler. Und Medien brauchen Schule, um verstanden, produziert und wahrgenommen zu werden. Beide, Schule und Medien, brauchen Engagement. Nicht nur, weil Passivität beiden nicht gut tut und nicht dient, sondern auch, weil konsumierte Schule und konsumierte Medien nicht funktionieren.

Die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern zu SchülerMedienLotsen (SML) bringt alles zusammen: Engagierte Schüler vermitteln anderen Schülern Wissens-wertes über Medien. Genauer: Die SML-Ausbildung qualifiziert Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs, danach als Schüler der 11. Klasse selbst eine Medien AG zu leiten. Deshalb umfasst der Kurs Medienpraxis und -theorie, aber auch Medien-pädagogik und etliche Bestandteile der Jugendgruppenleiterausbildung. Der Kurs dauert insgesamt 80 Stunden und ist gedacht für Ganztagsschulen.

Die – kostenlosen – SML-Kurse führt der OK zusammen mit 10 bis 15 Schülerinnen und Schülern an interessierten Schulen durch. Die SML-Kurse stehen dabei nicht für sich, sondern sind eingebettet in die Schule und deren Umfeld und sollen später zu (gemeinsamen) Sendungen im OK führen (s. unten: fünf Schritte).

Die Schule trägt auch ihren Teil zur SML-Ausbildung bei.

  • Eine Lehrkraft als Ansprechperson (die nicht an der Medien AG teilnimmt, aber Flyer in den in frage kommenden Klassen verteilt, für Rückfragen der Schülerinnen und Schüler zur Verfügung steht und Sorge trägt, dass die Räume aufgeschlossen sind und verabredete Technik da ist.)

  • Die Schule soll auf dem Weg zur Ganztagsschule sein. (Oder schon eine sein.)

  • Einen Raum, in dem die Schulung stattfindet.

  • Die Schule soll nach Beendigung des SML-Kurses die MedienAG unterstützen, insbesondere durch die Beschaffung von Technik.

Der SML-Kurs ist für Schülerinnen und Schüler, die schon etwas von Medien verstehen, denen aber eine systematische Ausbildung nicht schaden würde, ebenso wie solche, die im Jugendverband schon ihre “Jugendleiterkarte – Juleika” gemacht haben, sich aber mit Medien nicht so gut auskennen.

Die Ausbildung zum SML gibt es dabei mit den Schwerpunkten Video, Audio oder Multimedia (s. unten: Themen). Welcher Kurs an der ausgewählten Schule durchgeführt wird, entscheiden OK und Schule gemeinsam.

 

Wie geht es weiter?

1. SML wird Jugendleiter

Zusammen mit dem Landesjugendring Schleswig-Holstein e.V. bietet der Offene Kanal bereits jetzt einmal im Jahr eine Ergänzung zum SML an: Wer diesen Kurs an zwei Wochenenden besucht, erhält die JuLeiKa (JugendleiterKarte) und kann dann Gruppen in Jugendverbänden leiten oder Freizeitfahrten durchführen.

2. Zum SML kommt der SFL (SchülerFilmLotse)

Ab Januar 2007 bietet der OK die Ausbildung zum SchülerFilmLotsen (SFL) an. Der SchülerFilmLotse soll in der Lage sein, in seiner Schule

  • eine Filmvorführung zu planen (kaufmännisch, rechtliche und organisatorisch)

  • Filme zu zeigen (technische Präsentation),

  • und mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern hinterher ein Gespräch über den Film zu führen (filmtheoretische Kenntnisse).

Diese SFL-Ausbildung umfasst 20 Stunden. Voraussetzung für die Realisierung dieses Konzepts ist, dass zentral pro Monat ein Film zur Verfügung gestellt wird, der an Schulen entgeltfrei und damit organisatorisch einfach gezeigt werden kann.

3. Der SFL geht in den OK-Filmklub

Die Filme, die der SFL einmal im Monat zeigt, werden regelmäßig im OK-Filmclub gezeigt und vorgestellt, und zwar bevor dieser Film an den Schulen gezeigt wird. Im OK-Filmclub gibt ein verständiger Mitarbeiter jeweils nach der Präsentation des Films Informationen über den Film, über die Möglichkeiten des Einsatzes und der Besprechung in der Schule.

 

 Das Projekt SchülerMedienLotse verläuft in fünf Schritten:

Schritt 1: Schülerinnen oder Schüler der 10. Klasse (ausnahmensweise auch 9. oder 8. Klasse) einer Schule, die Ganztagsschule werden will oder bereits ist, machen die Ausbildung zum SchülerMedienLotsen. Das dauert eine Projektwoche und vier Nachmittage lang oder ein Schulhalbjahr je Woche 2-2,5 Stunden am Nachmittag. Für Schnitt und Montage vereinbaren wir einen Extratermin am Wochenende. Fast alle Termine finden in der kooperierenden Schule vor Ort statt, der Videoschnitt eventuell im OK.

Schritt 2: Die Medien AG wird gegründet. Die Schüler leiten diese AG. Die Schule stellt Räume und Technik zur Verfügung. Ein Kontakt-Lehrer ist dauernder Ansprechparter, ohne an der AG regelmäßig teilzunehmen.

Schritt 3: Die Medien AG trifft sich regelmäßig. Sie ist offen für die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe aus eurer Schule, nach Absprache aber auch aus den anderen Schulen am Ort. Der Offene Kanal unterstützt die Medien AG an eurer Schule, mal mit einer Fortbildung, mal mit Beratung und mal mit Leihtechnik, ganz nach Bedarf.

Schritt 4: Die Ergebnisse der Medien AG werden regelmäßig in einer Sendung im Offenen Kanal vorgestellt.

Schritt 5: Irgendwann schließen sich mehrere Schulen mit Medien AGs zu einer regelmäßigen Schul-TV Sendung im Offenen Kanal zusammen!

 

Themen der SML-Ausbildung

Die pädagogischen Themen sind bei allen Kursen gleich:

  • Die Gruppe: Was ist eine Gruppe, was zeichnet eine Gruppe aus?

  • Rollen: Welche Rollen gibt es, welche Funktionen haben sie?

  • Führungsstile: Welche Stile haben welche Wirkung? Lernziele und Wege, sie zu erreichen.

  • Konflikte und deren Bewältigung

  • Methoden der Gruppenarbeit

  • Ziele und Methoden der Medienpädagogik

  • Medienprojektarbeit an der Schule

  • Rechtliche Grundlagen für Medienmacher

 

Der Kurs Video dreht sich um die Arbeit mit der Kamera, Bildbearbeitung und Grundsätze journalistischen Arbeitens:

  • Einführung in die Videotechnik

  • Die Kamera: Funktionen und Möglichkeiten

  • Das Bild: Bildgestaltung, der goldene Schnitt, bewegtes Bild, Einstellungsgrößen

  • Journalistisches: Umfrage, Interview, Reportage

  • Zutaten einer Filmgeschichte

  • Drehbuch: Dramaturgie, Entwicklung eines Skripts

  • Dialoge im Film

  • Planung und Durchführung von Dreharbeiten

  • Schnitt und Montage des gedrehten Materials

  • Planung und Durchführung einer Livesendung im Offenen Kanal

 

Beim Kurs Audio entdecken wir das Radio neu:

  • Einführung in die Radiotechnik

  • Töne, Geräusche und Klänge

  • Technische Einführung: MD-Rekorder, Mikrofon und das Audioschnittprogramm „Audacity“

  • Journalistisches Handwerkszeug: Recherche, Interview- und Fragetechniken

  • Journalistische Beitragsformen: Umfrage, Interview, Reportage, gebauter Beitrag, Radio-Feature

  • Planung und Durchführung von Aufnahmen

  • Schnitt und Montage des aufgenommenen Materials

  • Radiotypisches: Jingles und Verpackungselemente

  • Hörspiel: Produktion eines eigenen Hörspiels

  • Radio-Livesendung im Offenen Kanal: Planung, Abläufe, Funktionen und Durchführung

 

Der Kurs Multimedia dreht sich um digitale Medien am PC, im Internet und die Web-Gestaltung (einfache PC-Kenntnisse – Dateien speichern, sortieren und wiederfinden – werden vorausgesetzt):

  • Grundlagen von MultiMedia: Unterschiedliche Medien und ihre Dateien

  • Internetdienste: Was kann das Internet für mich leisten?

  • Rezeption: Wie nehme ich Multimedia wahr?

  • Scanner- und Grafiksoftware und deren Nutzung

  • Digitale Fotografie und Fotobearbeitung

  • Digitale Audioaufnahme und -schnitt

  • Technische Gestaltung von Multimedia: HTML- Editor

  • Ästhetische Gestaltung von Multimedia: Web-Ästhetik und der Zeitgeist

  • Produktion eines multimedialen Produktes: Bild und Ton aufnehmen, bearbeiten und zusammenführen

  • Wie kommt mein Multimedia Produkt ins Netz?