Medienpreis Schleswig-Holstein

Preisträger 2012    

 
 

Dr. Hans Hoch - Preis für Medienkunst

1. Preis Andrea Kühne, Benjamin Viethen für "Triosence - When Christmas Comes Around"Video abspielen


Die Jury möchte nicht den Winter verlängern, aber über ein paar nachträgliche Weihnachtsgefühle und bisschen Herzlichkeit freuen wir uns auch noch im Februar.

Zart und reduziert nimmt uns das Musikvideo unserer Preisträger auf eine sehr verspielte Reise. Wir schweben passend zur Musik durch einen Raum voll animierter Illustrationen: Vom Kuss unterm Mistelzweig über Engel und Renntiere bis zur Weihnachtspyramide werden alle klassischen Weihnachtsmotive aufgegriffen und fügen sich harmonisch in die Strophen ein. Die verschiedenen Grafiken und Bilder lösen sich auf, entwickeln sich zu neuen Formen oder zerfallen zu kleinen Schneeflocken.

Vor allem die Kombinationen und Übergänge der einzelnen Figuren sind wunderbar umgesetzt: Da fahren Schlitten über Notenlinien, Weihnachtsschmuck hängt an Klaviertasten und Sterne werden zu Geschenken. Die Typografie wirkt wie mit Feder geschrieben; Textzeilen schlängeln sich wie Geschenkband durchs Bild. Die leicht auf alt getrimmte, aber dennoch schlichte schwarz-weiß-Anmutung lässt den Betrachter in Rehaugen tauchen ohne dabei kitschig zu sein.

Neben der technischen Umsetzung und den vielen Ideen hat vor allem das stimmige Gesamtkonzept das Herz der Jury erwärmt.

Für die beiden Preisträger habe ich nun auch nur die wärmsten Glück­wünsche – wir gratulieren Andrea Kühne und Benjamin Viethen ganz herzlich zum 1. Platz des Dr. Hans Hoch Preises für Medienkunst 2012!


2. Preis Pia Neumann fürVideo abspielen


Ist der Dichter Rainer Maria Rilke heute wieder modern? Diese Frage wird am Ende des nun folgenden Films beantwortet.

Die Stimme von Otto Sander nimmt uns gefangen. Während er das Rilke-Gedicht "Die Welt steht auf mit euch" eindringlich vorträgt, laufen in schneller Folge die Geschehnisse des Sommers 2011 vor unserem Auge ab: der arabische Frühling, das Elend der Flüchtlinge, die Ölkatastrophe vor der amerikanischen Küste, Fukushima, aber auch die Anti-Nazi-Demonstrationen. Junge Leute stehen auf, sie wollen sich engagieren, wollen demonstrieren. Immer mehr Menschen kommen zusammen; sie stehen auf, wollen etwas verändern.

Das Gedicht wird mit typografischen Mitteln zerlegt und neu zusammen gesetzt. Dadurch kommt viel Bewegung in den Film. Ja, der Dichter Rainer Maria Rilke ist heute wieder modern!

Der animierte Kurzfilm "Maigrün", der von der Studentin an der Hochschule Wismar, Pia Neumann aus Lübeck, eingesandt wurde, wird mit dem 2. Preis des "Dr.-Hans-Hoch-Medienpreises" ausgezeichnet. Pia Neumann hat für ihren Film die Hintergrundfarbe Maigrün gewählt, um Hoffnung auszudrücken, sie will aber auch auf den Demonstrationstag 1. Mai aufmerksam zu machen.

Der Preisträgerin ist es gelungen, die Jury durch diesen nachdenklichen, perfekt animierten Kurzfilm zu überzeugen.


3. Preis Lukas Franciszkiewicz für "beta"Video abspielen


Die Jury hatte dieses Jahr zwischen so vielen hochwertigen Beiträgen zu entscheiden, dass man schon sagen kann: Wir hatten die Qual der Wahl. Und so kommt es, dass wir nun einen weiteren 3. Platz für den diesjährigen Medienpreis vergeben.

Medien, digitale Medien, soziale Netzwerke, input, output, process;

dieser Beitrag macht den Medieneinfluss zum Diskussionsgegenstand. Er versucht, Menschen zu ermutigen, einen kritischen Blick auf ihren Umgang mit den modernen Medien zu werfen.

Wie viel Raum geben wir den digitalen Medien in unserem Leben? Wie viel unseres Lebens geben wir in den sozialen Netzwerken preis? Wie sehr bestimmen digitale soziale Netzwerke unser Leben?

Angesichts von Facebook, Twitter und Co. sind dies Fragen, die die

Menschen zunehmend beschäftigen. Unser Preisträger hat sich auf künstlerische Art und Weise mit dieser Problematik auseinander gesetzt, vielleicht will er uns sagen: Wir selbst haben die Bausteine unseres Lebens in der Hand, nutzen wir sie richtig!

Zum 3. Preis des Dr. Hans-Hoch Preises für Medienkunst gratulieren wir Lukas Franciszkiewicz, der an der Muthesius Kunsthochschule Kiel Industriedesign studiert, für seinen Beitrag beta.


3. Preis René Raab für"Smalltown Kiel"Video abspielen


Ich möchte Sie einstimmen auf den 3ten Platz des Dr. Hans Hoch Medien-Preises 2011. Und dazu - will ich Sie nach Hamburg entführen.

Dort gibt es etwas, was die Herzen vor allem der Männer höher schlagen lässt. Und, ich meine nicht die Reeperbahn, meine Damen! Am Hamburger Hafen, kurz vor der neuen Hafencity mit der stets teurer werdenden Elbphilharmonie gibt es das Miniaturwunderland. Seit über 10 Jahren sind dort zigtausende von Besuchern durchgegangen, mit großen Augen haben sie gestaunt und immer wieder neue liebevolle Details entdeckt. Auch meine Frau und ich zählen dazu. Alles bewegt sich dort im Maßstab 1:87: Modellzüge, Modellautos, Riesenräder, mittlerweile sogar Flugzeuge. Nur die Menschen, die stehen dort wie eingefroren herum. Das wäre doch was, könnte man die kleinen Modellfiguren auch noch zum Leben erwecken. Stellen Sie sich einmal vor, das wäre möglich.

Nein natürlich ist es das nicht. Aber, wenn doch, könnte man dort dann ganz alltägliche Geschichten zeigen, den Jogger mit Hund, Radfahrer, Autofahrer, die Ihre Autos verlassen und zum Einkaufen gehen. Ja, und selbst die vielbestaunte Feuerwehr, die im Miniaturwunderland im 15-Minuten-Takt ein Feuer löscht, könnte das real tun. Verrückt, nicht wahr?

Nun, wenn es dort nicht geht, dann muss man es eben anders herum machen. Wir nehmen die Wirklichkeit und lassen Sie so aussehen, als wäre es die Modellbahn. Wie das geht, würde ich Ihnen gerne erzählen, aber vor dem Trommelwirbel erlaubt Peter Willers mir das das nicht. Deswegen jetzt zunächst einmal der …

Der Film, den wir Ihnen gleich vorführen wollen, hat die Jury in ein sehr reales Miniaturwunderland entführt. Mit modernen Techniken und einem ziemlich tiefen Griff in die Trickkiste der Filmemacher genießen wir gleich einen Film, der einen Tag bzw. fast ein Jahr, im Leben der Stadt Kiel zeigt und diese dabei so klein und miniaturisiert wie das berühmte Vorbild in Hamburg wirken lässt.

"Small Town Kiel" hätte für mich, der ich 15 Jahre in Kiel gelebt hat, durchaus noch länger als die erlaubten 5 Minuten dauern dürfen. Das Video war rundum so stimmig, dass die Jury sehr gerne diese Produktion auf Platz drei des Dr. Hans-Hoch-Medienpreises 2010 gesetzt hat.


 

SchülerMedienPreis SH

1. Preis Lukas Gerst fürVideo abspielen


Schaut man sich in unserer Welt um, stellt man schnell fest, dass wir Menschen und damit leider auch unsere Erde es mit einer ganzen Reihe von Problemen zu tun haben: mit Kriegen, mit Armut und nicht zuletzt auch mit Umweltverschmutzung.

Da wünscht man sich doch manchmal einen Superhelden, der bei seiner Mission für das Gute alle ihm zu Verfügung stehenden Mittel einsetzt. Wir alle haben vielleicht sogar schon einmal davon geträumt, selbst so ein Superheld zu sein und mit unserer einzigartigen Superkraft unseren Planeten vor dem Untergang zu bewahren.

In unserem Gewinnerfilm in der Kategorie SchülerMedienPreis SH der MA HSH geht es um genau so einen Superhelden: um Mülltütenman, einen unermüdlichen Kämpfer für die Umwelt. Genau wie die großen Vorbilder muss auch er sich seinem schlimmsten Widersacher stellen: Superman kämpfte gegen Lex Luther, Batman musste den Joker besiegen, der Mülltütenman trifft zum finalen Kampf aus seinen Erzfeind, das Ölmonster.

Natürlich kämpft er nicht allein. Mülltütenwoman steht ihm mit Rat und Tat – und vor allem mit Reinigungsmitteln – zur Seite. Gemeinsam gelingt es ihnen, die Welt vor der totalen Vermüllung zu retten.

Es ist beeindruckend zu sehen, wie Lea, Lukas und Janne es mit viel Fantasie geschafft haben, ein so anspruchsvolles Thema auf humorvolle und unbeschwerte Art umzusetzen. Die Produzenten, die zu den jüngsten Teilnehmern des Wettbewerbs gehören, haben mit ihrem Kurzfilm „Mülltütenman vs. Ölmonster“ auf Anhieb die Herzen der Jury erobert und alle Sympathien gewonnen. Entstanden ist der Film übrigens im Rahmen des Projekts "Fischauge - das rollende Mediencamp" des Offenen Kanals.

Wir hoffen, unsere drei Nachwuchstalente hatten während des Drehs genauso viel Spaß wie wir beim Zuschauen und gratulieren zum 1. Preis in der Kategorie SchülerMedienPreis Schleswig-Holstein der MA HSH!


1. Preis Arthur-Pascal Kowalik für"Lifestyle"Video abspielen


In der Medien- und Designzeitschrift PAGE ist diesen Monat zu lesen: "Richtig angesagt ist doch heute nur von Hand Gekritzeltes…". Der Trend zum Kombinieren verschiedener Stile und Crossover aller Medien ist allgegenwärtig. Auch in dieser Arbeit macht das Mischen von analogen und digitalen Techniken den besonderen Reiz aus.

Sehr puristisch zeichnet unser Preisträger mit dem Bleistift eine kleine Geschichte auf Papier. Als Linkshänder lässt uns der Filmemacher freien Blick auf seine unterschiedlichen kleinen Werke. Die Bleistiftzeichnungen haben durch das Hand Gemachte wie vor allem beim offenen Korrigieren mit dem Radiergummi oder durch die Detailverliebtheit einen ganz speziellen Charme.

Mal sind wir ganz nah am Prozess und erleben in Echtzeit und Strich für Strich den Weg zur fertigen Zeichnung; mal verwandeln sich die nun animierten Zeichnungen von einer Form in die andere. Die einzelnen Bilder kommen in Bewegung: Ein skizziertes Laptop löst sich in seine einzelnen Pixel auf oder eine Vogel-Studie fliegt einfach davon.

Die Jury freut sich vor allem über die Kombination der einzelnen Künste und so viel Kreativität eines Einzelnen in so jungen Jahren.

Ich habe nun das Vergnügen unserem Preisträger auch die echte Hand zu schütteln – wir gratulieren Arthur-Pascal Kowalik ganz herzlich zum 1. Platz des Schülermedienpreises der MA HSH 2012!


3. Preis Marc Schulz für"Alone"Video abspielen


Innerhalb weniger Jahre müssen Jugendliche eine Reihe von Entwicklungsaufgaben bewältigen. Dazu gehören die ersten Erfahrungen mit intimen Beziehungen und der schrittweise Aufbau von Partnerschaften. Während der Abnabelung von Eltern und anderen Erwachsenen und das Erringen emotionaler Unabhängigkeit kreieren sie eigene Normen und Werte und damit eine Vorstellung davon, wer sie sind - beziehungsweise wer sie sein möchten.

Häufig wird diese Entwicklung von Selbstzweifeln, Konflikten mit Familie und Gleichaltrigen und Problemen in der Schule begleitet, die durchaus dramatische Folgen haben können.

Der folgende Beitrag widmet sich diesem schwierigen Thema und erzählt die Geschichte zweier Mädchen, mit eindrucksvollen Bildern und Effekten sowie einer angemessenen musikalischen Untermalung. Mit seinem professionellen und sensiblen Film hat Marc Schulz die Jury des Medienpreises Schleswig-Holstein beeindruckt. Wir freuen uns, seine Leistung heute mit dem dritten Preis in der Kategorie SchülerMedienPreis der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein zu würdigen.

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