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Dr. Hans Hoch - Preis für Medienkunst
| 1. Preis |
Grete Göttrup für "Lucent Lines - Tanz der Fassade"
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Eine tanzende Fassade? Wo gibt es denn so etwas?
Die Idee einer großflächigen Fassadenprojektion wurde im November 2009
an der Kieler Oper verwirklicht. Das Gebäude mit seinen 56 geometrisch
angeordneten Fenstern bietet für die Installation die ideale Fassade.
Hier wurde Kunst am Bau in Bewegung und Musik verwandelt und
gleichzeitig das Kieler Ballett nach außen hin präsentiert.
Bewegungslinien aus dem Filmmaterial des Choreografen Mario Schröder
bilden den Ausgangspunkt. Für die Installation wurden diese neu
arrangiert und bilden damit eine eigenständige Choreografie. So wird die
Fassade zur Bühne, auf der die Bilder tanzen. Hier entstand eine
rhytmische Gesamtkomposition aus Bewegung, Formen, Farben und Klängen,
die die Kieler Oper in einem besonderen Licht scheinen lässt und den
Platz vor der Oper in eine einzigartige Atmosphäre taucht.
Die Jury erkennt Greta Gröttrup, Absolventin der Muthesius
Kunsthochschule, den ersten Preis des Dr. Hans-Hoch-Medienpreises für
die mediale Inszenierung "Lucent Lines" auf die Fassade des Kieler
Opernhauses zu. Greta Gröttrup interessiert sich für die äußere,
sichtbare Form des Tanzes. Bewegung ist für sie lebendige Architektur.
In Zusammenarbeit mit der Hamburger Musikergruppe "ensemble Intégrales"
und dem Theater Kiel ist ihr eine beeindruckende Arbeit gelungen, die
unsere Fantasie anregt und uns zum Träumen bringt.
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| 2. Preis |
Bastian Böhm, Nico Uthe für "Bad News - a media fiction"
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Kann allein die Botschaft vom Ende der Welt, eine Reihe von Reaktionen
auslösen, die letztendlich selbst zum Ende der Welt führen könnten?
Wir befinden uns in einer amerikanischen Zeitungsdruckerei in den 1950er
Jahren. Eine druckfrische Zeitung mit der Nachricht vom drohenden
Weltuntergang rückt in den Fokus. Diese Headline bringt uns in die
Gegenwart -- sie ist ein Zitat aus der Berichterstattung über die
aktuelle Finanzkrise. Die Illustration eines Kometen, der auf die Erde
zurast, verstärkt den Eindruck des baldigen Endes.
Das Werk unserer Preisträger fragt, welche Konsequenzen Information und
Nachrichten auslösen können. In Hinblick auf die Finanzkrise
entwickelten sie eine filmische Metapher, eine überspitzte Persiflage,
in welcher allein die Information vom Weltuntergang den Weltuntergang
herbeiführt - eine selbst erfüllenden Prophezeiung herauf beschworen
durch die Medien.
Von Beginn an verändert sich das Layout der Zeitung analog zur Dramatik.
Durch die erste Reaktion ausgelöst, bahnt sich ein visuelles Chaos durch
die gesamte Erzählung. Eine Flut an Informationen überrumpelt den
Beobachter. Buchstaben, Textblöcke, Infografiken, Illustrationen,
Fotocollagen -- die gesamte Gestaltung zerfällt lawinenartig und gipfelt
letztendlich in der Form eines Kometen, der aus Begriffen und
Bildmaterial besteht. Ein Lieblingsmoment der Jury ist wie die
Bildüberschrift "The biggest Pancake" zerrüttet wird und nur noch das
Wort "Panic" stehen bleibt.
Neben der ästhetischen Qualität haben die Preisträger Bastian Böhm und
Nico Uthe mit ihrem Werk "Bad News" auch alle technischen
Herausforderungen vorbildlich gemeistert - eine Reihe von digitalen
Werkzeugen wie Bildbearbeitungs- und Grafikprogramme, Compositing- und
Animationsprogramme, aber auch Echtbildvideomaterial und 3d-gerenderte
Sequenzen kamen bei dieser Arbeit zum Einsatz.
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| 3. Preis |
Momme Halbe für "Raceyard - join the team"
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Was ist ein Commercial? Stellen Sie sich einmal vor, Sie sind Mercedes.
Sie stellen ein neues Sportcoupe vor, für das Sie nicht nur typische
Kino- und Fernsehwerbung machen wollen. Nein, Sie wollen auch einmal
zeigen, wie toll das Team ist, das das Auto entworfen hat, wollen
zeigen, welche Schritte bis zur Serienreife notwendig waren, wie das
Auto immer und immer wieder getestet und verbessert wurde. Dann holen
Sie sich, weil es ja ein Sportwagen ist, noch Michael Schuhmacher dazu.
Wenn der fährt, weiß jeder, dass das Auto sogar für die Nürburgring taugt.
Ein Commercial, das ist eine Präsentationsform, die häufig von der
Industrie einsetzt wird, um neue Produkte vorzustellen. Es muss
natürlich nicht immer ein Auto sein, auch andere Investitionsgüter oder
Dienstleistungen werden so präsentiert. Es ist ein bisschen Hochglanz
dabei, ein bisschen Zeitlupe, ein bisschen Zeitraffer, viel bewegte
Kamera und typisch ist auch, dass einzelne Sequenzen nicht zu Ende
erzählt werden, sondern dass sich der Zuschauer selber seinen Reim
darauf machen soll. Der Informationstransport läuft fast ausschließlich
auf emotionaler Ebene.
"Raceyard", eingereicht von Kameramann Momme Halbe und seinem Team, zeigt sehr gut, wie so was aussehen muss: Mit liebevollen Bildern
erzählt der Film uns die Geschichte eines ganz besonderen Autos.
Filmisches Handwerk, die Story und die dafür verwendete Videotechnik
sind harmonisch. Solche Botschaften sorgen für Gesprächsstoff, und: Sie
machen das präsentierte Produkt zu etwas Besonderem. Um es mit Michael
Schuhmacher zu sagen. wir fühlten uns wie auf der Rennstrecke! Mit
anderen Worten: Der Film ist rundum stimming! |
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SchülerMedienPreis SH
| 1. Preis |
Julia Benthien, Johanna Blume, Emily Dakers, Ann-Katrin Pfeuer, Laura Wagner für "Das fehlende Blatt"
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Sich mit dem Tod und der Vorstellung, eine geliebte Person zu verlieren,
auseinander zu setzen ist eine Aufgabe, die Menschen auf verschiedenste
Art und Weise bewältigen. Es geht dabei entweder darum, sich dem Thema
als Teil des Lebens zu nähern, und auch darüber nachzudenken, was ein
persönlicher Verlust für einen selber bedeuten würde.
Genau diesem Thema widmet sich der folgende Beitrag. In einem
Zusammenspiel aus ergreifenden Bildern und angemessen unterstützender
Musik nehmen wir teil am Gedenken an eine nach schwerer Krankheit
verstorbenen Freundin. Vor dem Hintergrund der Metapher des fehlenden
Blattes erhalten wir einen Einblick in die Gefühlswelt der
Hinterbliebenen und haben Teil an ihrer besonderen Freundschaft, an der
mit dem Abschied endenden schweren Zeit der Erkrankung wie auch dem
Versuch, den Verlust zu verstehen, ihn anzunehmen und damit weiter zu leben.
Emotional berührt und nachdenklich hat sich die Jury entschlossen, den
Film "Das fehlende Blatt" mit dem 1. Preis in der Kategorie
SchülerMedienPreis SH zu ehren. Voller Respekt vor der Sensibilität, mit
der sie ein schwieriges Thema behandelt haben - das insbesondere
Jugendliche häufig noch weit von sich weisen - gratulieren wir von
Herzen den Preisträgerinnen Johanna Blume, Julia Benthien, Emily Daker,
Ann-Katrin Pfeufer und Laura Wagner von der Stormarnschule Ahrensburg.
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| 2. Preis |
Jana Ulrika Peinelt für "I like birds"
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Wenn man an "Musikvideos" denkt, dann hat man so etwas wie Michael
Jacksons "Thriller" oder Lady Gagas "Paparazzi" vor Augen. Ein
Musikvideo kann aber auch überraschend anders sein.
Stellen Sie sich die folgende Geschichte vor: Da hat ein kleiner Mensch
keine Lust auf die langweilige Welt der Erwachsenen und erfindet mit
seinen Legosteinen und -figuren einfach seine eigene. Er hat keine Lust
auf den chaotischen Verkehr in seiner Stadt. Er will auch nicht in
langen Schlangen im Supermarkt anstehen. Das alles langweilt ihn - das
einzige, das ihn interessiert, sind Vögel.
Vögel liebt der kleine Mensch so sehr, dass er sich einen Garten mit
bunten Blumen und Bäumen baut, in den er ein schönes Vogelhaus setzt.
Als die Vögel angeflogen kommen und das Häuschen beziehen, besuchen und
bestaunen schließlich auch die Erwachsenen seinen Garten.
Und jetzt stellen Sie sich das alles aus Lego vor!
Zu einem Liedertext von Eels, einer US-amerikanischen
<http://de.wikipedia.org/wiki/US-amerikanisch> Rockband
<http://de.wikipedia.org/wiki/Rockband>, die vom Singer und Songwriter
Mark Oliver Everett <http://de.wikipedia.org/wiki/Mark_Oliver_Everett>
gegründet wurde, findet die junge Filmemacherin Jana Ulrika Peinelt
passende Bilder aus der Kinderwelt. Der Preisträgerin ist es mit ihrem
phantasievollen Musikvideo "I like birds" gelungen, die Jury durch
Witz und die perfekte Animation ihrer Legofiguren zu überzeugen.
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| 3. Preis |
Julius Beeck, Lars Erichsen, Philipp Beeck für "Der Weg ist das Ziel"
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Unser Film beginnt ganz alltäglich. Als der Sohn nach Hause kommt, sieht
er seinen Vater, der sich im Sessel lümmelt und Fußball schaut.
Symbolhaft zeigen hier die Filmemacher einen Menschen, der ganz dem
Konsum verfallen ist und dessen geistige Bedürfnisse durch Fußball, Bier
und Fernsehen gestillt werden, ein Mitglied der geistlosen Konsum- und
Massengesellschaft.
Beim Anblick seines behäbigen, selbstzufriedenen Vaters sieht der Sohn
plötzlich wie ein Blitz seine Zukunft, die ihn erwartet, wenn er noch
länger zu Hause bleibt. Wie oft wohl hat er mit seinem Vater diskutiert,
sich über seine Ansichten geärgert und doch nichts geändert. Erschüttert
bricht er mit seinem bisherigen Leben. In dieser Grenzsituation
zerbrechen alle alten Maßstäbe, sucht er Befreiung aus dem alten
sinnleeren Trott, erfasst ihn die Sehnsucht nach Sinn. Die Filmemacher
wählen für das Sehnsuchtsziel des Hauptdarstellers das Symbol der Alpen
als stärksten Gegensatz zum Meer.
Gemeinsam mit seinem Freund bricht der Sohn zu seiner neuen Zukunft auf.
Er lässt sich nicht entmutigen. Doch der Weg ist lang. Deswegen ist es
schwierig, aus dem Stand der Euphorie der plötzlichen Entschlossenheit,
den Weg im Alltag durchzuhalten. Die Schwierigkeit des Weges zeigen die
Filmemacher am Verhalten des Weggefährten und Freundes. Schon bei dem
ersten Problem, des Beschaffens der täglichen Nahrung, gibt er auf,
fällt zurück in alte Verhaltensweisen der Selbstbezogenheit, dem
Festhalten am Materiellen. Er will seinen Besitz nicht teilen, er behält
seine Wurst für sich. Er geht zurück zu seiner alten Stadt am Meer.
Das Ortsschild Meldorf als Beginn, einer für einen Wanderer endlos
langen Strecke bis zu den Alpen, zeigt die Endlosigkeit des Weges und
die Nichterreichbarkeit des Zieles. Wie bei einem Pilgerweg im
Mittelalter lauern dort nicht nur Gefahren und Rückschläge, deren
ständige Überwindung den Menschen stärkt und verbessert, sondern der
Wanderer hat beim Gehen viel Zeit zum Nachdenken und zur Besinnung. So
ist der Weg schon ein Wert an sich, bereits ein Teil des Ziels und dient
zur Läuterung des Menschen und zur Vorbereitung auf sein Ziel.
Die jungen Filmemacher Philipp Beeck, Julius Beeck und Lars
Erichsen haben in ihrem Film "Der Weg ist das Ziel" mit einfachen
Bildern und gelungenen Symbolen ihre Botschaft dem Betrachter
verständlich dargestellt und nahe gebracht. |
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